![Samstagmorgen, 9 Uhr: Der dreijährige Leo und sein grüner Oldtimer-Mini-Geländewagen 1]()
Es ist Samstagmorgen um 9 Uhr, und die Sonne hat den Balkon bereits erhellt. Leo schiebt sein grünes Auto neben der Spielzeugkiste hervor. Die Karosserie ragt etwas über seine Knie hinaus, und die großen Reifen rollen leise mit einem gedämpften Geräusch über die Fliesen. Es ist das grüne, altmodische Elektroauto mit drei Rädern, das Papa letzten Monat gekauft hat.
Papa hilft ihm, das Auto in den Hof zu tragen. Leo schaltet selbst den Anlasser ein, tritt aufs Gaspedal, und das Auto rollt langsam los. Der Hof ist mit roten Ziegelsteinen gepflastert, die leicht uneben sind. Hier spielen die großen Räder ihre Stärken aus: Die 26 cm großen Reifen rollen mühelos über die Fugen im Ziegelstein, ohne dass das Auto stark wackelt. Die Rückenlehne stützt Leo von hinten, sodass er das Lenkrad nicht fest umklammern muss; er sitzt ganz natürlich aufrecht. Sie verlassen den Hof und folgen langsam dem Bürgersteig durch die Wohnsiedlung. Papa geht rechts neben dem Auto und passt sein Tempo an – etwa 5 km/h. Leo betätigt ab und zu die Hupe, und der klare Klang entlockt den umherdrehenden Nachbarn ein Lächeln. Der LED-Scheinwerfer leuchtet selbst bei Tageslicht, ohne zu blenden, wie die „Augen“ des Autos. Die Fernbedienung hängt an Papas Handgelenk. Er hat sie noch nicht benutzt, aber allein die Tatsache, dass sie da ist, beruhigt ihn.
Am Parkeingang führt eine kurze, sanfte Steigung hinauf. Leo gibt Vollgas, und das Auto fährt gleichmäßig und ohne durchdrehende Reifen bergauf. Oben angekommen, hält er geschickt an und bittet seinen Vater, Musik anzumachen. Die Auto-Musik spielt ein Kinderlied, und Leo wiegt sich im Takt. Sie bleiben an einer Bank stehen. Ein kleines Mädchen rennt herbei, zeigt darauf und ruft: „Ein grünes Geländeauto!“ Gegen 10:30 Uhr wird die Sonne immer stärker. Papa betätigt die Bremse per Fernbedienung, und das Auto hält sanft an. Leo schaltet es selbst aus. Sie parken das grüne, alte Dreirad neben der Bank. Zu Leos Füßen glitzert der Lack des Autos in der Sonne. Papa öffnet Leos Wasserflasche, holt sein Handy heraus und schaut auf die Uhr. Eine Nachricht von Mama erscheint: Sie fragt, wann sie zum Mittagessen zurückkommen. Er macht ein Foto von ihren beiden Schatten – die Räder, der Junge und ihre Silhouetten füllen das Bild perfekt aus.
Es war kein besonderes Abenteuer. Nur ein Wochenendmorgen, ein kleines Auto und eine Strecke, die man auch zu Fuß zurücklegen könnte. Aber für Leo und seinen Vater ist dies ihre Samstagserinnerung.